Montag, 19.01.2004
Neue Apotheken Illustrierte
Autor: Rüdiger Freund

Das Beste gegen Husten

Meist beginnt es mit einem leichten Reiz in Hals und Bronchien.....

Meist beginnt es mit einem leichten Reiz in Hals und Bronchien. Erkältungsviren haben die schützende Schleimschicht angegriffen und verursachen auf diese Weise einen Hustenreiz. Aber anstatt zu lindern, verschlimmert der Husten diesen Reiz, weil er die Schleimhautirritation noch vergrößert. Erst einige Tage später, wenn die Bronchien vermehrt Schleim bilden, wird der Husten produktiv. Diese unterschiedlichen Stadien des Hustens müssen auch unterschiedlich behandelt werden. Gegen das quälende Kitzeln und Jucken in den Bronchien werden Hustenreizstiller eingesetzt, so genannte Antitussiva. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die nach der Einnahme direkt die Erregbarkeit des Atemzentrums im Gehirn dämpfen. Der Hustenreiz wird dann nicht mehr als so stark empfunden, und die überreizten Atmungsorgane können sich erholen. Allerdings empfiehlt es sich, diese Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Apotheker oder Arzt einzunehmen. Schleim, der einen Nährboden für weitere Erreger darstellt, kann sonst eventuell nur ungenügend abgehustet werden, sich gar anstauen und so den Grundstein für eine Lungenentzündung legen.

Gegen den Reiz

Den wohl bekanntesten Hustenstiller, das Codein, und seine Abkömmlinge Dihydrocodein und Hydrocodon sowie das Noscapin muss der Arzt verschreiben. Ohne Rezept bekommt man in der Apotheke Präparate mit Dextromethorphan, Clobutinol, Pentoxyverin, Eprazinon oder Benproperin.

Pflanzliche Mittel, zum Beispiel mit Extrakten aus Spitzwegerich, Eibisch oder Sonnentau, werden ebenfalls gegen Reizhusten eingesetzt. Ihre Wirkung beruht darauf, dass sie Schleimstoffe enthalten, die sich wohltuend über die beanspruchten Stellen in Hals und Rachen legen. Ergänzend tragen auch Hustenbonbons dazu bei, einen gereizten Hals zu beruhigen, weil sie den Speichelfluss anregen.

Der Schleim muss raus

Sobald der Husten in die produktive Phase kommt, also von Auswurf begleitet ist, empfehlen Arzt und Apotheker Präparate, die den Bronchialschleim verflüssigen und dadurch das Abhusten erleichtern. Je besser das gelingt, desto schneller verabschiedet sich der Husten ganz. Die erste Maßnahme zur Lockerung des zähen Sekrets heißt: viel trinken. Denn nur wenn dem Körper genügend Flüssigkeit zur Verfügung steht, kann er ein dünnflüssigeres Bronchialsekret bilden. Warme Getränke oder stilles Mineralwasser eignen sich dazu am besten. Acetylcystein, Ambroxol, Bromhexin, Carbocistein oder Guaifenesin heißen die synthetischen Wirkstoffe, die diesen Prozess unterstützen. Sie alle sollen auf unterschiedliche Weise für eine Verflüssigung des Schleims sorgen. Wenn man sie als Brause- oder Trinktablette in einem Glas Wasser aufgelöst einnimmt, erhöht man gleichzeitig auch noch die Flüssigkeitszufuhr.

Auch die Natur stellt Pflanzen zur Verfügung, die das Abhusten unterstützen: Thymiankraut, Efeublätter und Primelwurzel oder ätherische Öle wie Cineol, Myrtol, Fichten- und Kiefernnadelöl oder Eukalyptusöl gehören dazu. Die Pflanzen nimmt man am besten als standardisierte Präparate aus der Apotheke ein. Zusätzlich helfen entsprechende Tees. Die ätherischen Öle entfalten ihre Wirkung auch als Erkältungsbalsam zum Einreiben auf Brust und Rücken, als Badezusatz oder besonders wohltuend als Dampfinhalation.

Internetadresse: www.gesundheitslexikon.de



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